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    Nahrungsmittelallergien und -intolleranzen

    Die deutsche Gesellschaft für Ernährung schätzt die Zahl der von Nahrungsmittelallergien Betroffenen in Europa bei Kindern auf 0,3 - 7,5 % und bei Erwachsenen auf 1 - 2,5 %. Lebensmittelallergien treten im Alter von 0 bis 3 Jahren am häufigsten auf. Einige der betroffenen Kinder verlieren ihre Allergie aber bis zum Schulalter wieder. Die häufigsten Lebensmittelallergien richten sich gegen Hühnerei, Kuhmilch, Weizen und Soja.

    Obwohl Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen häufig verwechselt werden, unterscheiden sie sich grundlegend voneinander. Laktoseintoleranz wird zum Beispiel oft mit der Milchallergie (Allergie gegen Kasein und/oder Molkeneiweiß) verwechselt, sie ist jedoch eine Milchzuckerunverträglichkeit und geht auf einen Mangel oder das Fehlen des Enzyms Lactase zurück.

    Unterscheidung

    Nahrungsmittelallergie

    • Überreaktion des körpereigenen Abwehrsystems
    • Auslöser sind körperfremde Substanzen
    • Symptome: Hautausschläge, Juckreiz, Kribbeln der Mundschleimhaut, Schwellungen im Gesichtsbereich, Asthma-Anfälle, anaphylaktischer Schock 

    Nahrungsmittelintoleranz

    • Unverträglichkeitsreaktion
    • Immunsystem nicht beteiligt
    • Auslöser meist Mangel an bestimmten Enzymen z.B. Fruktosemalabsorption, Laktoseintoleranz, Zöliakie
    • Symptome: Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit, veränderte Stühle, kein anaphylaktischer Schock

    Diagnostik

    Um in Erfahrung zu bringen, welche Symptome in Zusammenhang mit bestimmten Nahrungsmitteln auftreten, wird zuerst eine Anamnese durchgeführt. Ein Gespräch über Ernährungsgewohnheiten kann erste Hinweise geben. Ergebnisse liefern in der Diagnostik zwei Verfahren, die nur in Kombination wirklich aussagekräftig sind:

    • Blutuntersuchung (In-vitro-Diagnostik)

    Der Gesamt-IgE Wert im Blut wird bestimmt.

    • Hauttest

    Die Allergie auslösenden Nahrungsbestandteile werden als Allergene bezeichnet. Um den Konsumenten Informationen über die Zusammensetzung der Produkte und das Vorkommen allergieauslösender Rohstoffe zu geben, müssen nachfolgende Allergene gekennzeichnet werden:

    • Glutenhaltige Getreide (d. h. Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut, Grünkern, Einkorn, Emmer)
    • Krebstiere
    • Eier
    • Fische
    • Erdnüsse
    • Sojabohnen
    • Milch
    • Schalenfrüchte
    • Sellerie
    • Senf
    • Sesamsamen
    • Schwefeldioxid und Sulfite
    • Lupinen
    • Weichtiere

    Wenn Sie als Allergiker bei der Auswahl von Lebensmitteln eingeschränkt sind, müssen Sie trotzdem nicht auf eine abwechslungsreiche Ernährung verzichten. Streichen Sie nur die Lebensmittel aus Ihrem Speiseplan, welche Sie unbedingt meiden müssen. Die Meidung einer ganzen Lebensmittelgruppe ist nur selten erforderlich.

    Lebensmittelallergiker sollten sich bei der Erstellung ihrer Speisepläne unbedingt von entsprechend spezialisierten Ärzten und Diätologen beraten lassen.

    Quellen